121. Herbst

Die Herrin über sämtliche Laubblätter

Meine Chefin habe ich die letzten Monate nicht so häufig gesehen. Sobald sie mit der Praxis fertig war, packte sie Bananen, Müsliriegel und Getränkeflaschen ein und verschwand dann regelmäßig für ein paar Stunden. Wenn sie zurückkam, ächzte sie und fluchte und sagte, dass ihr jeder Knochen wehtäte. Für uns Hunde ein wenig nachvollziehbares Verhalten. In den Sommermonaten verziehen wir uns liebend gerne in den Schatten unseres herrlichen Gartens und sind froh, wenn man uns in Ruhe lässt.

Seit der riesige Ahorn auf unserer Grundstücksgrenze geradezu schamlos ein Blatt nach dem anderen auf unser Anwesen wirft , sehe ich meine Rudelführerin neuerdings mit verkniffenem Gesichtsausdruck immer häufiger im Garten mit einem Rechen unterwegs. weiter lesen

120. Sehnsucht

Der Sommer ist mit atemberaubender Geschwindigkeit an mir vorüber gezogen und hat unendlich viele Geschenke hinterlassen. Am besten fange ich mit den kleinen, aber feinen Dingen an, die man mir nicht einfach zu Füssen gelegt hat, sondern die ich als Chance erhielt, um sie ebenso dankbar wie mühsam auszubauen.

Im Klartext heißt das, dass ich meine „schriftstellerischen“ Aktivitäten zu Gunsten sportiver Bewegung an frischer Luft reduziert habe. Wie meine Leser sicher schmerzlich bemerkten, habe ich an meinem Blog keine einzige Sekunde gesessen. Stattdessen arbeitete ich an der Verbesserung meiner früheren sportlichen  Form, zu der ich nach und nach zurückfand. Sicher nicht ganz, aber altersentsprechend. Immerhin darf man nicht vergessen, dass ich in Riesenschritten auf die Siebzig zugehe. weiter lesen

119. Spinatwachtel

In letzter Zeit ist Rosa häufig unterwegs. Meist sehr sportlich gekleidet. Ich vermute, sie macht eine neue Weiterbildung. Folglich muss ich die Verantwortung für unser gemeinsames Therapietagebuch stärker übernehmen.

Daher plaudere ich jetzt mal ein wenig aus unserem privaten Nähkästchen. Schließlich wird hier nicht nur gearbeitet sondern gelebt. Rosa ist ein absoluter Genussmensch. Finde ich Klasse. Deswegen ist sie ein wenig runder wie manch andere Herrschaften, die sich lebenslang von Salaten ernähren. Unsere Rudelführerin kocht gerne und behauptet, das stimme sie sehr fröhlich. Insbesondere wenn die anderen Mitesser genüsslich seufzen und nach den Rezepten fragen. weiter lesen

118. Hypnotherapie

Habe ich schon erwähnt, daß meine Chefin unter anderem auch eine hervorragende Hypnotherapeutin ist? Wenn ihr im Internet unter dem Begriff Hypnotherapie googelt, findet ihr folgende Erläuterungen:

„Als Hypnotherapie oder Hypnosepsychotherapie werden heute Therapieformen zusammengefasst, die u. a. das vorhandene Wissen über die Wirkung von Trance und Suggestionen therapeutisch nutzen. Um Heilungs-, Such- und Lernprozesse zu fördern, wird entweder Hypnose im mehr formalen Sinn praktiziert oder es werden alltägliche Tranceprozesse für die therapeutische Arbeit genutzt. Daneben kann Hypnotherapie auch als Selbsthypnosetraining bzw. Erlernen von (Tiefen-) Entspannungsübungen gestaltet werden“.

Das klingt reichlich unverständlich. Die praktische Wirklichkeit funktioniert wesentlich einfacher.  weiter lesen