125. Eintauchen in Ruhe und Wohlbefinden

Meine Chefin ist seit kurzer Zeit ziemlich in Sorge um mich. Das hat Gründe. In meiner Halsgegend breiten sich zwei dicke Geschwülste aus. Die eine trage ich schon lange mit mir spazieren. Die zweite ist neu. Rosa schont mich so weit sie kann.

Für eine englische Bulldogge habe ich ein geradezu biblisches Alter erreicht. Von Tag zu Tag interessieren mich die Menschen, die bei uns in der Praxis ein- und ausgehen immer weniger. 

Daher hat unsere Rudelführerin beschlossen, den Blog zu schliessen. Es gibt wahrlich aufregenderes in unserem Leben als Geschichten über Patienten. Rosa meint, dass das Thema tiergestützte Psychotherapie mittlerweile sehr breit getreten wird. Außerdem ist sie bis über beide Ohren damit beschäftigt, ihr Leben von Tag zu Tag mehr zu geniessen. Einfach Zeit sich zu nehmen. Für die Familie. Freunde. Kleine Reisen. Sport. Musik. Kultur. Lesen. Spazierengehen.

Insofern verabschieden wir uns von Euch. Danke für das jahrelange Interesse.

124. Klassentreffen

Heute tauchte die Patientin auf, die ich  in Kapitel 74 schon mal beschrieben habe. Damals ging es um das Thema Neid. Es handelte es sich um eine äußerst sympathische Frau, nicht mehr ganz jung, verwitwet und ziemlich vermögend, die den Neidattacken so mancher ihrer Freundinnen  auf das übelste ausgesetzt war. Strahlend berichtete sie mir bei ihrem neuen Besuch, dass sie erfolgreich alle „Missgünstlinge“ und „Neidtruchteln“ aus ihrem Leben gekehrt hatte und ihren Freundeskreis um eine Vielzahl ihr Wohlgesonnener erweitert habe. weiter lesen