119. Spinatwachtel

In letzter Zeit ist Rosa häufig unterwegs. Meist sehr sportlich gekleidet. Ich vermute, sie macht eine neue Weiterbildung. Folglich muss ich die Verantwortung für unser gemeinsames Therapietagebuch stärker übernehmen.

Daher plaudere ich jetzt mal ein wenig aus unserem privaten Nähkästchen. Schließlich wird hier nicht nur gearbeitet sondern gelebt. Rosa ist ein absoluter Genussmensch. Finde ich Klasse. Deswegen ist sie ein wenig runder wie manch andere Herrschaften, die sich lebenslang von Salaten ernähren. Unsere Rudelführerin kocht gerne und behauptet, das stimme sie sehr fröhlich. Insbesondere wenn die anderen Mitesser genüsslich seufzen und nach den Rezepten fragen.

Rosa hat sich zum Ziel gesetzt, mit ihren Kochkünsten jetzt auch unsere Clara zu beglücken, die sich seit kurzem in einem Alter befindet, wo sie vernünftige Nahrung zu sich nehmen darf. Lange genug wurde sie gestillt. Dann kam eine Phase mit diversen Gläschen mit duftenden Köstlichkeiten darin. Für meinen Geschmack alles ein wenig fade. Das fand auch meine Chefin. Sie verabscheut jede Art von Brei und liebt das deftige. Wie wir alle.

Ein sehr mutiges Experiment wagte Rosa mit Spinat. Genauer gesagt kreierte sie eine Spinatsuppe. Mit dem Kauen klappt das noch nicht so gut, weil Clara erst sieben Zähnchen im Mund hat. Insofern muss die Konsistenz des Essens babygerecht zubereitet werden.

Spinatsuppe
Schmeckt saugut

 

 

 

 

 

 

 

 

Langer Rede kurzer Sinn: Irgendwie hat Rosa das  grauenvolle Grüngemüse so lecker zubereitet, dass Clara gar nicht genug davon bekam. In kürzester Zeit war alles inhaliert und für uns Hunde fiel in regelmäßigen Abständen ein kleines bissi eines wohlschmeckenden Spinatsuppenbatzens  herab. Danke Clara.

 

118. Hypnotherapie

Habe ich schon erwähnt, daß meine Chefin unter anderem auch eine hervorragende Hypnotherapeutin ist? Wenn ihr im Internet unter dem Begriff Hypnotherapie googelt, findet ihr folgende Erläuterungen:

„Als Hypnotherapie oder Hypnosepsychotherapie werden heute Therapieformen zusammengefasst, die u. a. das vorhandene Wissen über die Wirkung von Trance und Suggestionen therapeutisch nutzen. Um Heilungs-, Such- und Lernprozesse zu fördern, wird entweder Hypnose im mehr formalen Sinn praktiziert oder es werden alltägliche Tranceprozesse für die therapeutische Arbeit genutzt. Daneben kann Hypnotherapie auch als Selbsthypnosetraining bzw. Erlernen von (Tiefen-) Entspannungsübungen gestaltet werden“.

Das klingt reichlich unverständlich. Die praktische Wirklichkeit funktioniert wesentlich einfacher.  weiter lesen

117. Hetzjagd

Lieblingsbeschäftigung Nummer 1

Die Lieblingsbeschäftigung einer englischen Bulldogge heißt „Schlafen“. Und das am liebsten zwanzig Stunden täglich. Dann kommt „Fressen“. Das funktioniert in dem Haus, in dem ich lebe, umrahmt von „Gartenräumen“ bestens. Evolutionsbiologisch sah das vor Jahrhunderten anders aus. Für einen Hund, meine ich. Da hieß es, sich selbst um Nahrung kümmern. Zu diesem Zwecke  musste man seinen faulen Arsch in Bewegung setzen um auf die Jagd zu gehen. In gewissem Sinne mache ich das – obgleich schon ziemlich in die Jahre gekommen – heute auch noch ganz gerne. Hin und wieder, wohlgemerkt, wenn das zu erjagende Ziel  mir entsprechend attraktiv erscheint. Katzen zum Beispiel. Oder zudringliche Besucher am Zaun, die scheinheilig meiner Chefin irgend etwas aufschwätzen wollen, obgleich auf ihrer Stirn klar und deutlich geschrieben steht, dass sie liebend gerne unser Haus durchwühlen möchten. Ich kann Ihnen versichern, dass solche Personen bei uns nicht weit kommen würden. Wir jagen nämlich im Rudel!

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116. Gartenräume

Jeder Mensch hat einen Traum. Oder mehrere. Ich gehöre zu den Menschen, die sich ohne klare Zielsetzungen langweilen. Ich suche stets die Herausforderung. Dabei kann mich nichts und niemand von einem Vorhaben abbringen. Hier habe ich große Ähnlichkeit mit meinen Bulldoggen, da ich genauso stur und unbeirrbar bin wie sie. Die Hunde lassen sich freiwillig die Objekte ihrer Begierde auch nicht aus ihren Fängen entreissen. Meinem Einstein einen Stock oder Ball abzunehmen ist fast ein Ding der Unmöglichkeit und entfacht lediglich seinen Widerstandsgeist.


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